Tod auf leisen Sohlen vermeiden !
„Nieren schützen. Leben stärken.“
Deshalb ist Prävention der Nieren und damit des gesamten Kreislaufsystems so wichtig!
Weltnierentag 2026 - worldkidneyday2026
Presseartikel
Pressemitteilung
Weltnierentag 2026 – „Nieren schützen. Leben stärken.“
12. März 2026
Am 12. März 2026, dem Weltnierentag, steht ein lebenswichtiges Organ im Mittelpunkt, das oft zu wenig Beachtung findet: die Niere. Unter dem Motto
„Nieren schützen. Leben stärken.“
ruft der Weltnierentag weltweit dazu auf, Nierengesundheit stärker in den Fokus von Politik, Gesundheitswesen und Gesellschaft zu rücken.
Der Weltnierentag ist Teil der internationalen World Kidney Day-Initiative (www.worldkidneyday.org), getragen von der International Society of Nephrology (ISN) und der International Federation of Kidney Foundations – World Kidney Alliance. Ziel dieser globalen Kampagne ist es, das Bewusstsein für die Bedeutung der Nieren zu schärfen, Prävention und Früherkennung zu stärken und die weltweite Belastung durch Nierenerkrankungen zu reduzieren.
Nierenerkrankungen: Eine stille, teure Volkskrankheit
Chronische Nierenerkrankungen entwickeln sich häufig über Jahre unbemerkt. Viele Betroffene erhalten ihre Diagnose erst in einem fortgeschrittenen Stadium – mit gravierenden Folgen für ihre Lebensqualität. Gleichzeitig entstehen dadurch sehr hohe Kosten für das Gesundheitssystem, insbesondere durch Dialysebehandlungen und Folgeerkrankungen.
Die internationale World Kidney Day-Kampagne macht deutlich:
👉 Prävention ist der wirksamste und zugleich nachhaltigste Ansatz, um Nierenerkrankungen einzudämmen.
👉 Frühzeitige Erkennung von Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder Übergewicht kann den Krankheitsverlauf entscheidend beeinflussen.
👉 Investitionen in Prävention entlasten langfristig das Gesundheitssystem und sparen erhebliche Kosten.
Prävention als Schlüssel für ein zukunftsfähiges Gesundheitssystem
Angesichts steigender Patientenzahlen und wachsender Ausgaben wird klar: Unser nationales Gesundheitssystem braucht einen stärkeren Fokus auf Vorsorge, Früherkennung und Aufklärung. Jeder Euro, der frühzeitig in Prävention investiert wird, schützt nicht nur die Gesundheit der Menschen, sondern auch die Stabilität unseres solidarischen Systems.
Der Weltnierentag 2026 ist daher mehr als ein Aktionstag – er ist ein Aufruf zum gemeinsamen Handeln:
- an die Politik, präventive Strukturen zu stärken,
- an das Gesundheitswesen, Früherkennung konsequent umzusetzen,
- und an die Gesellschaft, Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen.
Gemeinsam Verantwortung übernehmen
Nierengesundheit geht uns alle an. Der Weltnierentag 2026 erinnert uns daran, dass frühzeitige Prävention Leben schützt, Leid vermeidet und unser Gesundheitssystem langfristig stärkt.
Nieren schützen. Leben stärken.
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Hier einige Fakten zum Weltnierentag
Meine persönliche Geschichte
Meine Reise mit Polyzystischer Nierenerkrankung – Warum der Weltnierentag 2026 so wichtig ist
Diagnose und erste Erfahrungen
Mit 25 Jahren erhielt ich die Diagnose Autosomal Dominant Polyzystische Nierenerkrankung (ADPKD). Mein Leben war voller Pläne und Möglichkeiten – Krankheit lag weit entfernt. Die Diagnose war ein Schock, zumal ich mich gesund fühlte und viel Sport trieb. Plötzlich wurde mir klar: Meine Nieren würden schrittweise versagen. Wie viele Menschen mit einer seltenen Erkrankung stand ich vor einer Zukunft voller Ungewissheit – eine Realität, die für die meisten Menschen um mich herum kaum vorstellbar war.
Leben mit ADPKD
Viele Jahre lang blieb ADPKD ein stiller Begleiter. Ich arbeitete weiter und versuchte bewusst, mich nicht über die Krankheit zu definieren. Doch die Krankheit schritt voran: Meine Nierenfunktion nahm ab, Müdigkeit und Schmerzen prägten meinen Alltag. Leben mit einer seltenen Erkrankung bedeutet oft, unsichtbar zu sein: Der Kampf ist real, wird aber nicht immer gesehen oder verstanden. Die Auswirkungen gehen über das Körperliche hinaus – sie prägen Identität, Beziehungen und Lebensentscheidungen.
Dialyse: Ein Wendepunkt
Mit 48 Jahren versagten meine Nieren, und ich musste mit der Peritonealdialyse beginnen. Dialyse rettete mein Leben, raubte mir aber einen Teil meiner Selbstständigkeit. Ich musste meine Arbeit als Consultant und Senior Project Manager aufgeben, mein Alltag richtete sich nach den Behandlungen, die Energie war begrenzt. Ich erlebte hautnah, wie ungleicher Zugang zu Versorgung, Wissen und Unterstützung das Leben von Patienten stark beeinflussen kann.
Transplantation und Neubeginn
Zwei Jahre später, mit 50, erhielt ich eine Nierentransplantation von meiner Frau. Worte können kaum ausdrücken, was dieses Geschenk bedeutet – gelebte Liebe, Vertrauen und Mut. Die Transplantation schenkte mir ein zweites Leben. Die Genesung war herausfordernd, doch nach und nach kehrte die Kraft zurück und mit ihr die Hoffnung. Hinter jedem medizinischen Erfolg stehen menschliche Geschichten, die oft weit über die Vorstellungskraft hinausgehen.
Patientenvertretung und Engagement
Die Diagnose, Dialyse und Transplantation veränderten meine Perspektive dauerhaft. Menschen mit seltenen Erkrankungen sind häufig gezwungen, sich allein durch komplexe Gesundheitssysteme zu navigieren. Expertise ist verstreut, Versorgung fragmentiert, und Patienten sollen resilient sein in Systemen, die nicht für ihre Bedürfnisse geschaffen sind.
Diese Erfahrung motivierte mich zu intensivem Patientenengagement. Ich war Gründungsmitglied von PKD International und später Gründer von PKD Deutschland. Bis 2025 durfte ich als Co-Vorsitzender der Patientenvertretung in ERKNet dienen. Durch die europäische Zusammenarbeit erlebte ich, wie Ungleichheiten verringert, Wissen geteilt und Patienten tatsächlich in den Mittelpunkt der Versorgung gestellt werden können.
Prävention, Gesundheitssystem und Kosten
Chronische Nierenerkrankungen wie ADPKD sind nicht nur eine persönliche Belastung – sie verursachen auch hohe Kosten für das Gesundheitssystem. Dialyse und Spätbehandlungen binden erhebliche Ressourcen. Frühzeitige Prävention und regelmäßige Kontrolle können Fortschreiten verzögern, Leid reduzieren und Kosten massiv senken. Der Weltnierentag erinnert uns daran, dass Früherkennung Leben rettet – und Geld spart.
Warum der Weltnierentag wichtig ist
Der Weltnierentag 2026 ist für mich persönlich und gesellschaftlich von großer Bedeutung. Er sensibilisiert für Nierengesundheit, fördert Prävention und fordert gleiche Chancen für alle Betroffenen. Obwohl seltene Erkrankungen nur wenige Menschen betreffen, sind wir Millionen, und wir verdienen gleichberechtigten Zugang zu Diagnose, Versorgung und Innovation.
Ausblick
Meine Reise mit PKD führte von der Diagnose mit 25 über Dialyse mit 48 bis zur Transplantation mit 50 – und zu einem lebenslangen Engagement für Patientenrechte. Am Weltnierentag 2026 stehe ich als Patient, Transplantierter und Vertreter unserer Gemeinschaft. Unsere Geschichten zählen. Unser Leben zählt. Gemeinsam können wir sicherstellen, dass kein Mensch mit einer seltenen Erkrankung zurückgelassen wird.
„Nieren schützen. Leben stärken.“